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Sonova verschlankt Portfolio und strebt Umsatz von 6 Milliarden Franken an

23.03.2026


Sonova zieht knapp vier Jahre nach dem Einstieg bei Sennheiser eine strategische Konsequenz: Der Hörgerätehersteller aus Stäfa will sich von seinem Geschäft mit Kopfhörern und weiteren Consumer-Audio-Produkten trennen. Zum Verkauf steht die gesamte Consumer-Hearing-Sparte, die unter der Marke Sennheiser firmiert und damit die Konsum-Elektronik-Aktivitäten des Konzerns bündelt – von Premium-Kopfhörern und True-Wireless-Earbuds über High-End-Audioprodukte bis zu Soundbars und sogenannten Hearables.

Mit dem Schritt schärft Sonova den Fokus klar auf das Kerngeschäft mit medizinischen Hörgeräten und Cochlea-Implantaten. Der Konzern verweist auf grundlegende Unterschiede zwischen den Endkunden-Audioprodukten und dem traditionellen Hörgerätegeschäft: Vertriebskanäle, Nachfragedynamik und Entwicklungszyklen seien deutlich unterschiedlich. Die ursprünglich verfolgte Strategie, Konsumenten über Consumer-Audio früher in ihrer „Hörreise“ abzuholen und langfristig ins Hörgerätegeschäft zu führen, wird damit faktisch aufgegeben.

Die Neuausrichtung fällt in die Amtszeit des neuen Führungsduos um Konzernchef Eric Bernard und Finanzchefin Elodie Carr-Cingari, die seit Juli vergangenen Jahres an der Spitze stehen. Vor dem Hintergrund eines verhaltenen Nachfrageumfelds und intensiveren Wettbewerbs im globalen Hörgerätemarkt setzt Sonova nun auf Konzentration statt Diversifizierung. Ziel ist es nach Unternehmensangaben, für das Sennheiser-Geschäft den „bestmöglichen Eigentümer“ zu finden, während intern Kapital und Managementaufmerksamkeit auf das medizinische Kerngeschäft gelenkt werden sollen.

Flankiert wird der Portfolio-Umbau von ambitionierten Wachstumszielen: Bis zum Geschäftsjahr 2030/31 will Sonova den Umsatz auf sechs Milliarden Franken steigern, nach 3,87 Milliarden Franken im Geschäftsjahr 2024/25. Mittelfristig peilt der Konzern in Lokalwährungen ein jährliches Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent an, das operative Kernergebnis (Ebit) soll um sieben bis zwölf Prozent pro Jahr wachsen. Für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2025/26 dämpft Sonova die Erwartungen allerdings leicht und rechnet mit einem Wachstum am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne.