Der Kanton Zug hat sich dank einer Revision der Berechnungsmethode des Bundesamtes für Statistik (BFS) als wirtschaftliches Kraftzentrum der Schweiz positioniert. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) des Kantons lag im Jahr 2022 rund 12 Milliarden Franken höher als bisher ausgewiesen, was einer Steigerung von fast der Hälfte gegenüber den alten Schätzungen entspricht. Insgesamt wuchs das BIP von 2011 bis 2024 um 94 Prozent auf über 42 Milliarden Franken an, das stärkste Wachstum aller Schweizer Kantone.
Die neue Datenlage führt dazu, dass Zug nun auch beim BIP pro Kopf den Spitzenplatz einnimmt und damit Basel-Stadt ablöst. Mit einem Wert von knapp 318.000 Franken pro Kopf im Jahr 2024 liegt Zug weit über dem Schweizer Durchschnitt von rund 95.000 Franken. Zum Vergleich: Im benachbarten Kanton Luzern, einem direkten Konkurrenten bei den Unternehmenssteuern, betrug dieser Wert lediglich rund 82.000 Franken, während Luzern sein BIP im gleichen Zeitraum nur um etwa 40 Prozent steigern konnte.
Die massiven Differenzen resultieren nicht aus einer Änderung der wirtschaftlichen Realität, sondern aus einer Modernisierung der Messmethode des BFS. Früher wurde die Wirtschaftsleistung von Grossregionen pauschal auf die Kantone verteilt, oft basierend auf der Anzahl der Beschäftigten. Dies benachteiligte insbesondere Unternehmen wie Zuger Rohstoffhändler, die zwar wenige Angestellte beschäftigen, aber eine enorme Wertschöpfung generieren. Nun werden detaillierte Einzeldaten von Betriebsstätten genutzt, um die Wertschöpfung direkt dem Kanton zuzuordnen, in dem sie tatsächlich entsteht.
Während acht Kantone durch die neue Methode Aufwind erleben, mussten 18 Kantone eine Abwärtskorrektur hinnehmen, da das gesamte Schweizer BIP unverändert bleibt und lediglich neu verteilt wird. Diese Verschiebung offenbart jedoch auch eine neue Vulnerabilität für den Kanton Zug. Da wenige Grossunternehmen die Ergebnisse erheblich beeinflussen können, führen schlechte Geschäftsjahre oder der Wegzug eines Konzerns nun zu deutlich sichtbareren Schwankungen im kantonalen BIP.



